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Honduras

Häusliche Gewalt – kein Kavaliersdelikt!

Die Mitarbeiterinnen der Nationalpolizei unterstützen OFALAM im Kampf gegen häusliche Gewalt. Foto: Thomas Lohnes

Ein mutmaßlicher Vergewaltiger wird von der Polizei verhaftet. Foto: Thomas Lohnes

Der Machismus ist in der honduranischen Gesellschaft tief verankert. Männer leben in ihrer eigenen Welt. Foto: Thomas Lohnes

Yaritza Portillo berät María de Jesus Lopez im Büro von OFALAM. Foto: Thomas Lohnes

María de Jesus Lopez wurde von ihrem Mann misshandelt. Nun lebt sie mit ihren zwei Kindern bei ihrer Mutter. Foto: Thomas Lohnes

Der Leiter von OFALAM, Rechtsanwalt Oscar Puerto, berät Carla Cardona, die von ihrem Mann angegriffen wurde. Foto: Thomas Lohnes

Bei OFALAM ließ sich Carla Cardona zur Promoterin ausbilden. Nun hilft sie Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden. Foto: Thomas Lohnes

Die Notrufnummer "Línea 114" nimmt Anrufe von  Opfern häuslicher Gewalt entgegen. Foto: Thomas Lohnes

Die meisten Hütten in den Slums der Hauptstadt Tegucigalpa bestehen aus Holz und Wellblech. Foto: Thomas Lohnes

Mehr als sieben von zehn Honduraner leben in Armut. Foto: Thomas Lohnes

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In Honduras, einem vom Machismo geprägten Land, ist Gewalt in Ehe und Familie weit verbreitet. Die „Brot für die Welt“-Partnerorganisation OFALAM bietet den Opfern juristischen und psychologischen Beistand.

María de Jesús Lopez hat mit Männern nicht viel Glück gehabt. Als sie mit 22 Jahren zum ersten Mal Mutter wurde, wollte der Vater nichts von dem Kind wissen. „Er schlug und beschimpfte mich.“ So zog sie ihre Tochter Isis bei ihrer Mutter groß. Fünf Jahre später wiederholte sich das Ganze mit einem anderen Mann: María verliebte sich, wurde schwanger – und der Mann rastete aus. Nachdem er sie geschlagen und getreten hatte, trennte sich María von ihm.

Kostenlose Beratung

Vor vier Monaten wandte sich María de Jesús zum ersten Mal an OFALAM, das „Rechtshilfebüro für schutzlose Kinder und Frauen“. Sie hatte gehört, dass die Menschenrechtsorganisation Frauen, die sich keinen Rechtsanwalt leisten können, kostenlos berät. Die Väter ihrer Kinder zu verklagen ist Maria, die in einem Armenviertel der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa wohnt, nicht leicht gefallen. Dabei hat sie, wie so viele Opfer von häuslicher Gewalt, ein wahres Martyrium hinter sich.

Angel, Marías zweites Kind, wurde mit einem zu kleinen Gehirn geboren und leidet unter epileptischen Anfällen. „Als der Vater des Kindes ihn zum ersten Mal sah, schrie er, der Junge könne nicht von ihm sein, denn er sei ja behindert“, sagt María verbittert. Dank OFALAM hat sie nun gute Chancen, das Gegenteil zu beweisen: Die Organisation hat erreicht, dass die Staatsanwaltschaft eine kostenlose DNA-Probe anordnete.

Anspruch auf Unterhalt

Isis‘ Erzeuger wurde von der Staatsanwaltschaft dazu verpflichtet, María jede Woche 300 Lempiras, etwa 12 Euro, zu zahlen. Vom Vater von Angel erhält sie alle zwei Wochen 750 Lempiras. María kann das Geld nur zu gut gebrauchen. Sie lebt vom Backen und Verkaufen von Maistortillas. Eine feste Stelle kann sie nicht annehmen, Angel muss ständig unter Aufsicht sein.

Marías Fall ist nur einer unter vielen. Allein im letzten Jahr suchten 645 Personen bei OFALAM juristischen Rat. Neben der juristischen und psychologischen Betreuung von Gewaltopfern leistet OFALAM auch Aufklärungsarbeit. Damit am Ende alle verstehen: Häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt.

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