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Die Republik Kiribati, ein Inselreich im Südpazifik, droht im Ozean zu versinken. Ursache ist der Klimawandel, der den Meeresspiegel steigen lässt. Mit Unterstützung von „Brot für die Welt“ klärt die Pazifische Kirchenkonferenz die Bewohner über die verheerenden Folgen auf – und sucht nach Lösungen.
Es ist Sonntag, glatt liegt das Meer wie ein Teppich. Baranite Kirata sitzt in seinem Fischerboot und fährt dem Regenbogen entgegen. Obwohl Wolken die Sonne verdecken, ist es 35 Grad heiß, die Kleidung klebt am Körper. Baranite Kirata ist 56 Jahre alt, Pastor der protestantischen Kirche Kiribatis und so etwas wie deren Klimaschutzbeauftragter. Er drosselt den Motor, steht auf und zeigt aufs Meer hinaus. Eine Sandbank schält sich aus dem Wasser.
„Das war mal eine Insel“
Eine Sandbank? „Nein, das war mal eine Insel!“, sagt Baranite Kirata. „Viketawa“ nennen sie die Einheimischen, „Land unterm Mondschein“. Heute gibt es fast nur noch Land unter. Nur bei Ebbe lugt der Sand noch ein paar Zentimeter aus dem Wasser. Weil die höchste Stelle des Landes nur zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt, wird Kiribati voraussichtlich zu den ersten Staaten der Welt gehören, die das Meer verschluckt; denn der Treibhauseffekt lässt die Ozeane steigen. Jedes Jahr ein bisschen mehr, unaufhaltsam. Doch der steigende Meeresspiegel ist längst nicht das einzige Problem. Immer mehr und heftigere Tropenstürme jagen über Kiribati hinweg, gefolgt von ungewöhnlich langen Dürreperioden. Die Folgen: Die Riffe, der natürliche Schutz vor der Gewalt des Meeres, sterben, Salzwasser wird ins Landesinnere gepumpt, das Trinkwasser versalzt.
„Ohne fremde Hilfe kann Kiribati das nicht schaffen“
Weil die betroffenen Menschen nicht warten können, bis die Politik endlich handelt, hat die Pazifische Kirchenkonferenz (PCC) gemeinsam mit „Brot für die Welt“ ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Menschen im Pazifik über die Folgen der Klimaveränderungen aufzuklären und gemeinsam mit ihnen Anpassungs- und Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Helfen könnten etwa der Bau von Dämmen, Wellenbrechern und künstlichen Riffen oder das Pflanzen von Mangroven. Kostspielige Maßnahmen. „Aber was bleibt einem übrig“, fragt der Pfarrer, „wenn einem das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht?“ Es müsse jetzt endlich gehandelt werden. „Aber ohne fremde Hilfe kann Kiribati das nicht schaffen“, sagt er und blickt aufs Meer.