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Im Zentrum Kenias bleibt der so dringend benötigte Regen immer häufiger aus. Die Pflanzen vertrocknen, und das Vieh der Nomaden findet kaum noch Wasser. Die Entwicklungsorganisation der Anglikanischen Kirche hilft den Menschen, mit den schwierigen Lebensbedingungen fertig zu werden.
Nur einen kurzen Blick wirft der alte Mann auf die dürre Wolke am Firmament. Der alte Weise hatte gestern noch für Regen gebetet. Doch nichts hilft. Seit 19 Monaten hat es nun keinen Niederschlag mehr gegeben. Die meiste Ernte ist verdorrt. Paulo Losusu wendet sich müde seinem Dorf Ngombe-Zebu zu. Hoch über den Akazienbäumen dreht sich dort ein großes Windrad. Es pumpt Wasser aus über hundert Metern Tiefe in zementierte Wasserrinnen, an denen gerade Ziegen und Kamele hastig trinken.
Brunnen als Lebensversicherung
"Ohne diese Wasserstelle kann ich mir mein Leben nicht mehr vorstellen", sagt der Hirte John Echwa. Mit Geldern von "Brot für die Welt" hat die Entwicklungsorganisation der Anglikanischen Kirche in Kenia, Christian Community Services (CCS), den Brunnen Ende der 1980er Jahre erbaut. Zuvor hatten die Hirten die wenigen natürlichen Wasserstellen gegen Löwen und Krokodile verteidigen müssen. Der Brunnen dient nun als Lebensversicherung in einem Land, das dem Leben immer feindlicher gegenüber steht.
Ihr Vieh bedeutet den Menschen alles
John Echwa schiebt sich die blaue Baseball-Kappe nach hinten und mustert gemeinsam mit Jane Kaburu eine Ziege. "Das Tier hat Parasiten", sagt die Agrar-Ökonomin nach einem Blick ins Maul. "Du solltest schnell ein Entwurmungsmittel kaufen, sonst stirbt es." Nahezu jeden Tag setzt sich die Leiterin der CCS-Station in Isiolo auf ihr Motorrad und fährt abseits der Straßen zu Siedlungen, die die Regierung nie zu Gesicht bekommen hat.
Mit Hilfe von "Brot für die Welt" schickt CCS nicht nur Agraringenieure, Veterinärexperten und Landwirtschaftslehrer zu den Menschen in abgelegenen Gebieten. Auch eine mobile Apotheke tourt durch die Savanne. Insgesamt erreichen die Mitarbeiter der Entwicklungsorganisation so fast 100. 000 Menschen.
Zwanzig Kilometer südwestlich von Ngombe-Zebu steht Jane Kaburu wenig später vor einem neuen Problem. Die Schrauben an der Rückhalteklappe einer Pumpe haben sich verbogen, nun fließt das Wasser nur noch spärlich. Jane Kaburu zückt ihr Handy. "Habt ihr noch Ersatzschrauben?", fragt sie einen Kontaktmann in Ngombe-Zebu. Dann reckt sie den Daumen in die Höhe, die Leute jubeln. Bald wird das Wasser wieder rauschen.