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Dank GoodWeave (ehemals Rugmark) ist die Zahl der Teppich knüpfenden Kinder deutlich zurückgegangen. Foto: Jörg Böthling
Die Zahl der Kinder, die in südasiatischen Manufakturen Teppiche knüpfen, ist deutlich gesunken. Zu verdanken ist das dem GoodWeave-Label (ehemals Rugmark). Das Siegel bescheinigt dem Käufer, dass sein Teppich von Erwachsenen zu einem fairen Lohn geknüpft wurde.
Anfang der 1990er Jahre knüpften in Indien, Nepal und Pakistan rund eine Million Kinder Teppiche, oft zehn bis 14 Stunden am Tag. Für ihre Arbeit bekamen sie Hungerlöhne, die weit unterhalb des gesetzlichen Mindestlohnes lagen. Oftmals arbeiteten die Kinder auch nur die Schulden ihrer Eltern ab. Durch die lange Arbeit an den Webstühlen und die hohe Konzentration von Wollfasern in der Luft trugen viele Kinder dauerhafte körperliche Schäden davon.
Kampagne sensibilisierte die deutsche Öffentlichkeit
Infolge einer von "Brot für die Welt", "Misereor" und "terre des hommes" ins Leben gerufenen Kampagne, die die Öffentlichkeit über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Teppichindustrie informierte, ging die Zahl der in Deutschland verkauften indischen Teppiche innerhalb kurzer Zeit drastisch zurück. Dies führte dazu, dass sich 1992 mehr als 30 indische Betriebe zur "Vereinigung der Teppichhersteller ohne Kinderarbeit" zusammenschlossen. Ende 1994 wurde das Teppichsiegel "Rugmark" eingeführt, das seitdem Teppiche kennzeichnet, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Seit 2010 trägt das Siegel den Namen "GoodWeave".
Die Rugmark-Initiative entwickelte sich zu einer wahren Erfolgsgeschichte: Jeder dritte in Deutschland verkaufte Teppich wird garantiert ohne Kinderarbeit hergestellt. Alle großen Versandhäuser wie Neckermann, Otto oder Heine bieten heute Teppiche mit dem Siegel an.
GoodWeave-Lizenz verpflichtet zu fairen Löhnen
In Indien und Nepal haben inzwischen mehrere Hundert Teppichhersteller und Exporteure eine Lizenz von GoodWeave. Die Hersteller verpflichten sich, keine Kinder unter 14 Jahren zu beschäftigen, gesetzliche Mindestlöhne zu zahlen und alle Aufträge offen zu legen. Zudem zahlen sie 0,25 Prozent des Exportwertes der Ware an GoodWeave. Aus den Erlösen finanziert die Organisation die Überwachung aller angeschlossenen Knüpfstühle durch unabhängige Inspektoren sowie Rehabilitations- und Ausbildungsprogramme für ehemalige Kinderarbeiter.
Schätzungen zufolge ist die Zahl der Teppich knüpfenden Kinderarbeiter in Indien, Nepal und Pakistan seit der Einführung des Rugmark-Siegels von einer Million auf 250.000 zurückgegangen – ein großer Erfolg. Doch der Kampf um die Abschaffung der Kinderarbeit in der Teppichindustrie ist damit nicht beendet.