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Indien

Endlich Kind sein

Karmi Kumari musste jeden Tag Steine schleppen. Heute geht sie wieder in die Schule. Foto: Jörg Böthling

Obwohl verboten, gehen 12,5 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten. Foto: Jörg Böthling

Manche Kinder arbeiten nur ein paar Stunden am Tag, andere rund um die Uhr. Foto: Jörg Böthling

Mehr als 75.000 Kinder hat die "Bewegung zur Rettung der Kindheit" (BBA) aus der Kinderarbeit befreit. Foto: Jörg Böthling

Die Kinder kommen zuerst in ein Übergangsheim, wo sie sich satt essen und ausruhen. Foto: Jörg Böthling

Anschließend werden die Kinder in Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. Foto: Jörg Böthling

Neben dem Nachhilfeunterricht erhalten die älteren Kinder eine Ausbildung. Foto: Jörg Böthling

Bei BBA dürfen die ehemaligen Kinderarbeiter spielen, tanzen, lachen und fröhlich sein. Foto: Jörg Böthling

Ein wichtiges Ziel von BBA ist es, das Selbstbewusstsein der Kinder zu steigern. Foto: Jörg Böthling

Viele ehemalige Kinderarbeiter berichten bei BBA über ihre eigenen Erfahrungen. Foto: Jörg Böthling

Millionen von indischen Kindern müssen unter oft menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Sie schuften auf dem Feld, in Steinbrüchen oder in Textilbetrieben. Die "Bewegung zur Rettung der Kindheit" befreit Minderjährige aus sklavenähnlichen Verhältnissen.

Karmi Kumari war erst acht, als sie begann im Steinbruch zu arbeiten. Ihre Aufgabe war es, die aus dem Fels gehauenen und zerkleinerten Steine in Körben zu sammeln und auf dem Kopf zu Lastwagen zu tragen. "Wir arbeiteten zwölf Stunden am Tag", erzählt das zierliche Mädchen.

Die "Bewegung zur Rettung der Kindheit"
Eines Tages standen plötzlich Mitarbeiter der "Bewegung zur Rettung der Kindheit" (BBA) im Steinbruch. Sie sagten zu den überraschten Kindern: "Habt keine Angst. Ihr seid frei." Karmi wurde in eine BBA-Einrichtung gebracht, wo sie endlich Kind sein darf. Sie geht zur Schule und nimmt an den zahlreichen Freizeitaktivitäten teil: "Am liebsten mag ich Englisch und Tanzen", erzählt die Zwölfjährige.

Über 75.000 Kinder befreit
"Noch heute gibt es Menschen, die denken, dass es nicht so schlimm ist, wenn Kinder arbeiten, weil sie dann zumindest etwas zu essen haben. Doch solange wir Kinderarbeit und Analphabetismus nicht beseitigen, können wir auch die Armut nicht überwinden", erklärt Kailash Satyarthi, Gründer und Leiter von BBA. Mehr als 75.000 Kinder hat die Organisation in den vergangenen 25 Jahren bei Razzien aus den schlimmsten Formen der Kinderarbeit befreit – meist in Zusammenarbeit mit den Behörden und der lokalen Polizei.

Entschädigung für erlittenes Unrecht
Die Organisation sorgt auch dafür, dass die befreiten Kinder die Entschädigung erhalten, die ihnen seit 1986 nach indischem Recht zusteht – und einen Platz in der Schule. Ist zu befürchten, dass ihre Eltern sie trotzdem wieder zum Arbeiten schicken, nimmt BBA die Mädchen und Jungen für sechs Monate in einer ihrer Einrichtungen auf, erteilt ihnen Nachhilfeunterricht und finanziert ihnen eine berufliche Ausbildung – so dass sie anschließend auf eigenen Füßen stehen können.

"Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der kein Kind ausgebeutet wird und jedes eine gute und kostenlose Schulbildung erhält", sagt Kailash Satyarthi. "Ich bin optimistisch, dass wir dieses Ziel erreichen können."

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