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"Früher sagte man bei uns: Wird ein Kind geboren, fallen hundert Bäume", sagt Toraito Kussa. Als er selbst ein Kind war, war das Land seiner Väter zum großen Teil von Wald bedeckt. Aber das Volk der Konso wuchs in den vergangenen vierzig Jahren schnell viel zu schnell. Die Familien mit ihren vielen Kindern brauchten Stämme und starke Äste, um Hütten zu bauen, sie brauchten Feuerholz, und sie rodeten den Wald, um neue Felder anzulegen. Heute gibt es in ihrem Siedlungsgebiet 550 Kilometer südlich der Hauptstadt Addis Abeba praktisch keine Wälder mehr, und viele der Felder, die auf dem gerodeten Land angelegt wurden, sind schon lange ausgelaugt. Wenn der Regen ausbleibt, hungern die Menschen in der Savanne mit ihrem Dorngesträuch.
"Daran etwas zu ändern, das ist mein Leben", sagt Toraito Kussa, der Manager des ländlichen Entwicklungsprojektes Yanda Faro der Südwest-Synode im Zusammenschluss der lutherischen und reformierten Kirchen in Äthiopiens. Seit acht Jahren unterstützt "Brot für die Welt" das Projekt von EECMY zur Ernährungssicherung in Kussias Heimat beim Volk der Konso, die zu über 50 Prozent protestantische Christen sind.
Die Anstrengungen sind vielfältig: Die einheimischen Fachleute von EECMY fördern den gemeinschaftlichen Kanalbau zur Bewässerung der Felder mit Spaten und technischem Wissen. Bisher kannten die Konso kaum Obst und Gemüse, nun wachsen auf ihren bewässerten Feldern Mango, Papaya, Bananen, rote Beete, Kohl, Tomaten. Sie zeigen verbesserte Anbaumethoden und bauen mit den Konso Gesundheitsposten. Sie vergessen auch das vielleicht wichtigste Instrument einer nachhaltigen Ernährungssicherung in dieser Region nicht: Unterricht in Familienplanung. Die durchschnittliche Familie im Projektgebiet mit seinen 10.000 Menschen hat sechs Kinder zu viele für die kargen Ernten.
Die Erfolge in nur drei Jahren sind erstaunlich. Durch das Verteilen von Moskitonetzen wurde die Malaria zurückgedrängt. Vor Beginn des Projektes war ein fünf Meter tiefes Wasserloch die einzige Wasserstelle für dreitausend Menschen und sämtliches Vieh in einem Radius von 15 Kilometern. "Seit wir Brunnen gegraben haben, haben die Menschen keine Amöben und keine Würmer mehr", sagt Toraito. Durch die Bewässerungskanäle kann nun auch die kleinere der beiden Regenzeiten ausgenutzt werden. Nun ernten die Konso zwei Mal im Jahr viele Familien verkaufen einen Teil ihrer Produkte nun sogar auf dem Markt der nahe gelegenen Kleinstadt.