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Frauenfußball in den peruanischen Anden. Foto: Thomas Lohnes
Der Alltag von Kleinbauern in den peruanischen Anden ist hart. Karge Böden und Erosion erschweren die Landwirtschaft. Nach einem Dammbruch im Jahr 2004, der mehrere Dörfer zerstört hat, ist das Leben für die Bewohner des Chanchas-Tals in der "Sierra Central" noch schwerer geworden. Einer Form der Entspannung, die man eher nicht vermuten würde, gehen die Frauen der Region nach: Sie tanken beim Fußball-Spielen neues Selbstbewusstsein und Kraft für die tägliche Arbeit.
Kraft und den Willen weiter zu machen, das brauchen die Menschen etwa in der Gemeinde Raquina. Auch dieses Dorf wurde durch den Dammbruch zerstört. Menschen starben, die Strom- und Wasserversorgung brach zusammen, Schafe, Rinder und Lamas wurden von den Wassermassen davon gespült. Die "Brot für die Welt"-Partnerorganisation CNA (Confederacíon Nacional Agraria) hilft den Betroffenen bei der Bewältigung der Folgen. Unter anderem unterstützen die Mitarbeiter des Bauerndachverbandes CNA die Kleinbauern der Region dabei, eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen. Über den Wiederaufbau hinaus sollen sie in die Lage versetzt werden, selbständig ihre Produktion, Organisation und Vermarktungsstrategien für die lokalen Produkte zu verbessern.
Mehr Mitspracherechte
Die Förderung der Landwirtschaft hat aber auch soziale Aspekte: Die Rolle der Frauen in Familie und Gesellschaft ist ein wichtiges Thema. Heute haben die Frauen mehr Mitspracherechte als noch vor wenigen Jahren. Viele von ihnen haben zumindest die Grundschule besucht. Trotzdem ist der Alltag unter den schwierigen Bedingungen in den Bergen nicht einfach. Aber es gibt ja Fußball!
Frauenfußball in den Anden
Zum Frauenfußball-Turnier in Raquina sind zehn Teams aus den umliegenden Dörfern angereist. Es geht um viel: Die Auswahl einer Mannschaft, die das Chanchas-Tal am "Tag des Bauern" vertreten darf. Die Spielerinnen tragen Trikots oder T-Shirts wie überall auf der Welt, statt Fußballhosen aber ihre reich bestickten traditionellen Trachtenröcke, die Polleras. Zwei der Spielerinnen konnten sich offensichtlich Schienbeinschoner leisten. Eine davon ist Kapitänin Jackelini Moscoso. Seit 1998 spielen die Frauen von Raquina Fußball, zunächst nur einige wenige. "Am Anfang", so die Kapitänin "wollten einige Männer ihre Frauen nicht mitspielen lassen, aber inzwischen spielt fast das ganze Dorf. Sie haben sich alle mit dem Fußballvirus angesteckt." Die Frauen haben gelernt, sich Gehör zu verschaffen.
Anpfiff. Wenn auch nicht bundesligareif, so spielen die Frauen doch mit Ehrgeiz und haben vor allem sehr viel Spaß dabei. Die Ablenkung vom Alltag tut gut und gibt Kraft, weiter zu machen.