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Straßenkinder im Läuferparadies

Die Straßenkinder aus Sugoi mussten während der Unruhen in Kenia fliehen. Sie hoffen auf ein neues Zuhause, in dem sie wieder unbeschwert leben können. Foto: Birgit Zimmermann

Nach umstrittenen Präsidentschaftswahlen befand sich Kenia im Januar 2008 am Rande eines Bürgerkriegs. Das Läuferparadies und Heimatland vieler Langstreckenläufer wurde zum Albtraum. Auch ein Projekt für Straßenkinder in Sugoi bei Eldoret im Westen Kenias wurde Opfer der Unruhen: Bei einem Überfall wurden die Gebäude niedergebrannt, die Kinder und Mitarbeiter mussten fliehen. Filmon Ghirmai, Deutscher Meister im Hindernislauf, unterstützt das Straßenkinderprojekt und hofft, dass die Arbeit bald wieder fortgesetzt werden kann.

In Kenia ist wieder weitgehend Ruhe eingekehrt, die Kinder aus Sugoi sind in einem Gemeindezentrum der Presbyterianischen Kirche in Eldoret untergekommen, besuchen verschiedene Schulen in der Stadt und können somit ihre Ausbildung fortsetzen. Sie brauchen diese Chance. Allein in Eldoret lebten 2006 mehr als 300 Mädchen und Jungen auf der Straße. Viele von ihnen kommen vom Land und hoffen, in der Stadt bessere Überlebenschancen zu finden.

Leben ohne Geborgenheit
Zur Armut kommt die Krankheit: Aids hat die Situation für viele Kinder und Jugendliche noch verschlimmert. Mehr als eine Million Aids-Waisen lebt in Kenia. Diese hohe Zahl überfordert die traditionellen sozialen Netze. Viele der Betroffenen verlieren die Geborgenheit der afrikanischen Großfamilie und wachsen mit einem hohen Risiko an Unterernährung, Krankheiten, Vernachlässigung und Missbrauch auf. Sie werden diskriminiert und häufig werden ihnen Schulbesuch und andere soziale Dienstleistungen verweigert. Um der starken Isolation zu entkommen, versuchen manche Waisenkinder, ihr Überleben eigenständig und unabhängig auf der Straße zu organisieren. Doch das Leben als Straßenkind ist gekennzeichnet von Betteln, Kriminalität und Prostitution. Es mangelt an Vertrauen, Geborgenheit und Selbstbewusstsein.

Hoffen auf ein sicheres Zuhause
Im Straßenkinderprojekt in Sugio fanden zuletzt über 120 der Kinder Zuflucht, konnten zur Schule gehen und eine Ausbildung machen. Nach dem Überfall leben sie zwar jetzt etwas beengt in Eldoret, sind aber voller Zuversicht auf ein neues Zuhause an einem sicheren Ort. "Brot für die Welt" unterstützt das Projekt seit 2007 und finanziert derzeit auch einen großen Teil der Kosten für Lebensunterhalt und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen. Die Hilfe macht den ehemaligen Straßenkindern Hoffnung auf ein selbstverantwortliches und würdiges Leben. Ebensoviel bedeutet die Unterstützung durch Sportler wie Filmon Ghirmai. Der Hindernisläufer ist in Eritrea geboren und war öfter in Kenia im Trainingslager. Auch er hofft, dass die Arbeit im Straßenkinderprojekt bald wieder richtig fortgesetzt werden kann.

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