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Mitarbeiter des Projektpartners VMA von "Brot für die Welt" bauen Latrinen. Viele Flüchtlinge strömen aus der zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince zu Verwandten aufs Land. Die sanitären Anlagen dort sind dann oft überlastet. Foto: Henning Reetz
Der "Brot für die Welt"-Partner VMA (Voisin Mondial Haiti) hat in den vergangenen Jahren mehrere Projekte zur Ernährungssicherheit und reproduktiven Gesundheit auf den Weg gebracht. Ziel der Arbeit ist es, kleinbäuerliche Basisorganisationen im Bereich der Selbsthilfe, Organisation und Ernährungssicherung zu stärken.
Die Nothilfemaßnahmen für Erdbebenopfer und Flüchtlinge sind abgeschlossen. VMA kümmert sich nun verstärkt um die Dorfgemeinschaften. Sie sind wegen des Zuzugs von Flüchtlingen zusätzlich belastet – die Lebensbedingungen verschlechtern sich. Eine Dürre könnte diese schwierige Lage verschärfen.
Kredite für Familien, die helfen
„Brot für die Welt“ fördert die Vergabe von „Sozialkrediten“ für jene Familien, die Flüchtlinge aus den zerstörten Städten aufnehmen, sowie die Vergabe von Krediten für den Hausbau. In vielen Orten fehlt es an Jugendeinrichtungen. Es gibt auch einen deutlichen Mangel an Beschäftigungs- und Arbeitsprogrammen.
Ein besonderes Projekt stellt die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicher: Derzeit werden 200 Hausgärten bewirtschaftet. Nach Beendigung des aktuellen Programmes ist eine Weiterförderung in der Planung.
Hilfe auch abseits der Städte
Geschulte Promotoren vermitteln neue landwirtschaftliche Produktionstechniken oder helfen beim Aufbau von Saatgutbanken. Außerdem werden Informationen für ein verbessertes Gesundheits- und Hygieneverhalten, die zur Prävention und Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen, vermittelt. Die Programme richten sich vor allem an Bauernfamilien in entlegenen ländlichen Gemeinden. Zum Team gehören zurzeit neun Personen, darunter drei Frauen. Das lokale Büro hat seinen Sitz in Port-au-Prince.
Schattenseiten der eigenen Hilfsbereitschaft
VMA begleitet seit Jahren Dorfgemeinschaften in der Verbesserung ihrer kargen Lebensbedingungen. Nach dem schweren Erdbeben kommt für diese Dorfgemeinschaften die neue Belastung durch Flüchtlinge, durch Angehörige oder Bekannte hinzu, die unter ihren Dächern Zuflucht gesucht haben. Einige Familien beherbergen in großer Solidarität mit den Opfern bis zu 20 Personen. Inzwischen werden jedoch die Vorräte knapp, gehen die wenigen Barmittel zur Neige und müssen Haustiere – eigentlich das wichtigste Kapital der Kleinbauernfamilien – verkauft werden. Damit werden nicht nur viele Entwicklungsanstrengungen der vergangenen Jahre zerstört, auch die weitere Versorgung der Flüchtlinge und der Einheimischen ist dadurch mittelfristig gefährdet.
Aus der Not (auch) eine Tugend machen
Mit Saatguthilfen und der Lieferung von Süßkartoffelsetzlingen erhalten die am stärksten belasteten Familien Unterstützung von "Brot für die Welt" für die Bestellung der Felder und Gärten. Die Familien nutzen diese Unterstützung für das Anlegen von intensiv bewirtschafteten Gärten auf ihren Grundstücken. Aus dem Zwang der aktuellen Notlage heraus wird ein Lernprozess in Gang gesetzt, vielfältiger, produktiver und bodenschonender anzubauen. 200 solcher angepasster Bauerngärten sind aktuell in Vorbereitung. Diese Maßnahme gehen mit Koch- und Ernährungskursen einher, in denen Frauen lernen, die größere Nahrungsvielfalt mit neuen Rezepten zu nutzen. Nur so kann die Ernährungslage für die Menschen auch in dieser angespannten Situation gesichert werden.
Die Natur darf nicht leiden
Angesichts der notwendigen Ausweitung der Nahrungsmittelproduktion darf der Schutz der ohnehin gefährdeten Umwelt nicht vernachlässigt werden. VMA organisiert diese Erosionsschutz-Maßnahmen so, dass Kleinbauern gegen Bezahlung arbeiten und auf diese Weise etwa einen US-Dollar Einkommen pro Tag erwirtschaften können. Sie legen Erosionsschutzwälle an und bepflanzen diese mit kleinen Bäumen und Büschen.
"Brot für die Welt" hilft
Für diese Vorhaben zugunsten der Flüchtlinge und ihrer Gastfamilien stellt "Brot für die Welt" 125.000 Euro zur Verfügung.