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Ernährung und Agrarpolitik

Ernährungssicherung im Klimawandel

Die Ernährung für die ärmsten Bevölkerungsgruppen zu sichern ist für "Brot für die Welt" von Beginn an das Hauptanliegen gewesen. Denn schließlich waren den evangelischen Kirchen bei der Gründung der gemeinsamen Aktion 1959 die eigenen Erlebnisse mit Hunger und Entbehrungen nach dem Zweiten Weltkrieg noch sehr bewusst.

Aber es genügt nicht, die Hungernden satt zu machen, wir müssen sie in die Lage versetzen, sich aus eigener Kraft zu ernähren, nicht nur heute oder morgen, sondern auf lange Sicht. Immer wieder hat "Brot für die Welt" deshalb darauf hingewiesen, dass Hunger auch verursacht wird durch unseren Lebensstil und durch falsche politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Und die gilt es zu verändern.

Die zerstörerischen Folgen unseres Lebensstils sind mittlerweile für alle spürbar. Durch den bedenkenlosen Verbrauch fossiler Brennstoffe und die Zerstörung großflächiger Naturlandschaften verändert sich das Klima weltweit. Während noch vor wenigen Jahren ernsthaft darüber debattiert wurde, ob es überhaupt Anzeichen für einen Klimawandel gibt, so drehen sich die Diskussionen mittlerweile darum, welche Regionen am stärksten betroffen und wie stark die Auswirkungen sein werden. Für die meisten Wissenschaftler und einen Großteil der Bevölkerung ist inzwischen klar, dass es allerhöchste Zeit ist, der Entwicklung gegenzusteuern.

Doch während sich in Deutschland die Diskussionen vor allen um die Frage nach abgasarmen Fahrzeugen, Wärmedämmung oder den Einsatz von Schneekanonen in den Wintersportgebieten drehen, haben die Folgen des Klimawandels in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Lateinamerika eine viel existentiellere Bedeutung: Sie wirken sich ganz unmittelbar auf die Ernährungssituation der Menschen aus. Denn die Wetterextreme nehmen zu und die Niederschläge verändern sich in ihrer Menge, Dauer und Regelmäßigkeit. Das Ausbleiben von Regenzeiten oder plötzlich auftretende Starkregen gefährden die Ernten in riesigen Ausmaßen.

Partnerorganisationen von "Brot für die Welt" stellen sich der Herausforderung, die Folgen des Klimawandels für die Ernährungssicherung in den betroffenen Regionen abzumildern. Ihre seit langen Jahren verfolgten Strategien einer angepassten und nachhaltigen Landwirtschaft erweisen sich immer mehr als zukunftsweisend. Denn statt auf billige Massenware und kurzfristige Gewinnmaximierung, setzen diese Strategien auf eine langfristige Sicherung der Existenzgrundlage von Familienbetrieben, die vor allem die lokalen Märkte bedienen.

Viele erfolgreiche Projekte haben in den zurückliegenden Jahrzehnten die Ernährungssituation für Tausende von Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika nachhaltig verbessert. Im Zeichen des Klimawandels gilt es nun umso mehr, auch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Interessen der ärmsten Bevölkerungsgruppen auf eine langfristig sichere Ernährung im Vordergrund stehen.

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